Vegetationsdynamik auf Moränendauerflächen

Erste Ergebnisse aus den Neuaufnahmen 50jähriger Dauerflächen
von Lüdi auf den seitlichen Moränen des Grossen Aletschgletschers

Silvan A. Kindt, Universität Freiburg im Breisgau

Das Untersuchungsgebiet
Der Grosse Aletschgletscher im Wallis in der Schweiz zieht sich seit seinem letzten Höchststand um 1859/1860 (sog. »Kleine Eiszeit«) kontinuierlich zurück. Er hinterläßt dabei laterale Moränenbänder aus vorwiegend silikatischem Gesteinsschutt, angereichert durch Malmkalke aus dem Jungfraugebiet.
Auf den Moränenflächen finden Wiederbesiedlungsprozesse durch Pioniervegetation statt, die seit 54 Jahren Gegenstand vegetationsdynamischer Untersuchungen sind.
Frühere und heutige Untersuchungen

Von 1944 bis 1949 legte Werner LÜDI in den Moränen zwölf Dauerbeobachtungsflächen zwischen 1 und 800 m2 Größe an, und führte pflanzensoziologische Aufnahmen und Gehölzzählungen durch. Jean-Louis RICHARD führte die Untersuchungen fort und legte weitere Dauerflächen an, die Flächen wurden durch seine Mitarbeiter 1971 und 1981 neu aufgenommen, die Gehölzzählung wurde 1971 wiederholt. 1998 wurden alle auffindbaren Flächen neu aufgenommen, neue ausgewiesen, sowie die Gehölzzählung wiederholt.

Das Untersuchungsgebiet mit Lage der Dauerflächen
Foto des NW-Hanges mit Moränenflächen. Gut erkennbar ist die Jungmoräne von 1859/60 mit dem darunterliegenden hellgrünen Lärchen-Pionierwald und dem darüberliegenden Arven-Lärchenwald. Dauerflächen sind nach Lage und Jahr der Einrichtung farbig markiert, die Darstellung der Größe ist allerdings nicht maßstabsgerecht.
Standard-Korrespondenzanalyse für 51 Aufnahmen
Das Streudiagramm zeigt einen floristischen Gradienten, der deutlich korrelliert ist mit den Jahren seit Eisfreiwerden der Flächen zum Aufnahmezeitpunkt. Daß ein durch diese Ergebnisse postulierbares Modell eines Sukzessionsverlaufes nicht nur hypothetisch ist, zeigen die durch Trajektorien verbundenen zusammengehörigen Flächen.
Vergleich des Deckungsgrades der Vegetationsschichten
Klassische Abbildung nach LÜDI (1945). Aufgeführt sind die Deckungswerte für die Dauerflächen eins bis fünf.
Vergleich des Deckungsgrades der Vegetationsschichten
Deckungswerte für 1998. Auch zusätzliche jüngere Flächen wurden aufgenommen. Aus methodischen Gründenwurde für die Darstellung ein Balkendiagramm anstelle des Flächendiagrammes verwendet. Zwar sind die von Lüdi 1941 gefundenen Grundtendenzen der Entwicklung auch 1998 erkennbar, jedoch zeichnen sich stärker die individuellen Entwicklungskomponenten ab. Fraßschäden durch Hirsche können einzelne Flächen in ihrer Entwicklung verändern.
Kontaktadresse:
Silvan Rehberger - Kontakt

Diese Arbeit wird unterstützt durch Pro Natura.
Hinweis zu dieser Seite:
Diese Seite stellt die Umsetzung eines Posters für die Tagung des Arbeitskreises für Hochgebirgs- Ökologie im Juni 1999 in Bern dar. Ich bitte um Verständnis, daß die vorliegenden Grafiken nur notdürftig für die Ansprüche optimiert wurden.

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© by Silvan Rehberger · youngbrain: GmbH ·- Zuletzt aktualisiert am 29. Mai 1999